Digitalisierung

In der Digitalisierung müssen Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter mit dem richtigen Wissen und Mindsets auf die entsprechenden Rollen und Aufgaben angepaßt oder aufgebaut werden.

Chancen- versus Risikoorientierung in der Softwareentwicklung

Albert Thienel
Experte
Ein klassisches Phänomen ist in Teams zur Softwareentwicklung zu beobachten, die zumeist aus unterschiedlichen Fach- und Technikspezialisten sowie Teampersönlichkeiten bestehen:

Bei anspruchsvolleren und komplexeren Entwicklungsthemen teilt sich das Team in chancen- und risikoorientierte Teammitglieder. Dies ist z.B. typisch für die Digitalisierung und digitale Transformationsthemen, insbesondere wenn neue Technologien angewendet oder bestehende Software migriert werden soll.

Die chancenorientierten Teammitglieder des Entwicklungsteams möchten etwas Neues gestalten, schauen optimistisch in die Zukunft und begeistern sich in Erwartung der Möglichkeiten.

Die risikoorientierten Teammitglieder erwarten dagegen eher Detailprobleme, investieren die meiste Energie darin Hindernisse aufzuspüren, möchten durch tiefergehende Analysen den Sachverhalt erst gut verstehen und Fehler vermeiden.

In einigen Teams haben die recht unterschiedlichen Fachspezialisten gelernt die unterschiedlichen Perspektiven ergänzend zu verbinden und dynamisch neue, aber auch funktionierende Software zu entwickeln.

In vielen Teams existieren hingegen persönliche Spannungen, die sich bis hin zu Blockaden in der Zusammenarbeit entwickeln können: Die Chancenorientierten wollen voran preschen, während die Risikoorientierten Bedenken haben und erst langwieriger und umfangreicher prüfen sowie ggf. Lösungen/Workarounds/ No-Gos finden möchten. Das stetige "Ja, aber..." strapaziert häufig wiederum die Geduld und die optimistische Zielorientierung der Chancenorientierten.

In der Praxis kann dies z.B. zu folgenden Phänomenen führen:

• „Meine Softwareentwickler sind häufig so still“, sagte ein extrovertierter Product Owner, der dynamisch neue Software mit einer neuen Technologie entwickeln wollte, während die besonnenen, detailorientierten Softwareentwickler sich im Hinblick auf ihre Risikothemen nicht angehört, wertgeschätzt und mitgenommen fühlten. Sie zogen sich in ihre Introvertiertheit zurück. In einem Praxisfall wurde ein großes Risiko ob des stetigen, verbalen Drucks des Projektleiters verschwiegen, was nach einer systematischen Chancen-Risiko-Matrixanalyse im Teamcoaching klar zu Tage kam, geprüft wurde und zur Beendigung eines Millionenprojektes führte.

• Die Softwareentwickler eine Vielzahl von Risiken immer wieder gegenüber Product Ownern und Scrum Mastern vorbringen, diese aber oft die Vielzahl der Themen nicht transparent gefixt und gemeinsam getragene Maßnahmen auch nicht vereinbart bekommen. Es wird viel geredet in den Meetings, die Übersicht verloren und das Team bleibt unzufrieden zurück. Damit ist zumeist auch der Weg verbaut die Risiken transparent auf den Tisch, analysiert, bewertet und gelöst zu bekommen. Nicht verwunderlich war daher der Anlass zur Teamentwicklung: „Zu viele, unnötige Qualitätsprobleme!“

• „Teambereinigung“ in Teams betrieben wird: Neue Scrum Master, Product Owner oder Softwareentwickler werden ob ihres dynamischen, flexiblen und kreativen Vorgehens als zu riskant betrachtet und auflaufen gelassen. Das langjährige, eingespielte Softwareentwicklungsteams verlässt seine risikoaverse, strukturierte Teamkultur nicht und lässt sich nicht auf den Weg zur Bewältigung einer Vielzahl neuer Risikoquellen ein. Die frustrierten, neuen Kollegen verlassen das Team wieder, da neue, innovative oder sogar disruptive Projekte ein Öffnen für neue Wege, mehr Experimente, mehr Unbekanntes und die Auseinandersetzung mit deutlich mehr Risikoquellen erfordern.

• Das sich diese Aufzählung durch viele weitere Praxiserlebnisse fortführen lässt. Ihre Praxiserlebnisse wären z.B. ....

Die Ursachen für derartig diversen Einstellungen liegen zumeist in unterschiedlichen Arbeitspräferenzen und Einstellungen, die sich in bevorzugte Teamarbeitsrollen kristallisieren. Diese gilt es den unterschiedlichen Teamplayern bewusst zu machen sowie die Potenziale und Vorgehensweisen einer ergänzenden Zusammenarbeit zu verdeutlichen.

Die Auswirkungen der unterschiedlichen, persönlichkeitsbedingten Chancen- und Risikoorientierung findet man natürlich häufig auch in anderen IT-Funktionsteams.

Meine Vertiefungsangebote zu diesem Themenkreis als Online-Workshops, Online-Coachings oder Präsenz-Workshop in spe:

Coaching Teamführung: Stärken bewußt nutzen und Entwicklungspotenziale ergreifen - Online-Assessment und Online-Coaching
www.it-schulungen.com/seminare/business-skills-und-fuhrung/fuhrungskrafte/coaching-teamfuhrung-starken-bewusst-nutzen-und-entwicklungspotenziale-ergreifen-online-assessment-und-online-coaching.html

Coaching von Scrum Mastern, Product Ownern und Scrum Teams: Ergänzende Arbeitspräferenzen motivierend und produktiv nutzen
www.dr-thienel-consulting.de/service/coaching/

Teambildung, Teamgeist und Teamentwicklung für Teams
www.it-schulungen.com/seminare/business-skills-und-fuhrung/fuhrungskrafte/teambildung-teamgeist-und-teamentwicklung-fur-teams.html

Professionelle Führung von IT-Teams: Effizienz steigern und Zusammenarbeit verbessern
www.it-schulungen.com/seminare/business-skills-und-fuhrung/fuhrungskrafte/professionelle-entwicklung-von-it-teams-workshop.html

Digital Transformation Manager
https://www.it-schulungen.com/seminare/digitalisierung/digital-transformation-manager.html

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