Digitalisierung

In der Digitalisierung müssen Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter mit dem richtigen Wissen und Mindsets auf die entsprechenden Rollen und Aufgaben angepaßt oder aufgebaut werden.

Digitalisierungsopfer Cebit

Experte
Die Cebit in Hannover war einst die größte Computermesse der Welt. Zu Hochzeiten hatte man 800.000 Besucher, zuletzt gerade mal noch 120.000. Um dem "negativen Besucherinteresse" entgegen zu wirken hatte man zuletzt versucht der Messe ein neues Image zu verpassen. Aus "Computer" wurde "Digital" und es sollte ein Konferenz- und Festivalcharacter etabliert werden. Vorbild sollten erfolgreiche Veranstaltungen wie der "Mobile World Congress" in Barcelona oder die "South by Southwest" in Texas sein. Aber der Umschwung kam zu spät. Große Aussteller wie Microsoft wollten nicht mehr kommen und so entschloß man sich schließlich die Pforten dicht zu machen.

Der bekannte Blogger, Buchautor und Journalist, Sascha Lobo, war wohl jahrelang beratend für den Veranstalter tätig. Der Grund für sein Engagement war es die digitale Transformation der Messe voranzutreiben. Er beschreibt als Ursache, für den Niedergang der Messe, einen Feind: den Umsatz. Umsatz bedeutet, für eine Messe, Stände an Aussteller zu verkaufen. Die Besucher sind für den Umsatz nicht relevant.

Nun ist es in der digitalen Welt aber mit dem Umsatz so eine Sache. Asiatische Hardwarehersteller mit kleinen Ständen machen auf so einer Messe gute Geschäfte, deshalb bucht man gerne einen Stand. Die großen Player in der digitalen Welt: Microsoft, Apple, Google, Amazon und Facebook pflegen lediglich ihr Image, das kann man aber auch online machen und braucht keinen Messestand dafür. Auch bei vielen Rahmenveranstaltungen, die ja mit interessanten Vorträgen oder Spektakulären Events, vor allem auch Besucher anlocken sollen wurde in erster Linie der Umsatz gemessen. Laut Lobo wurde alles gestrichen was nicht-zahlende Besucher statt zahlenden Ausstellern anlockte. Selbst Vorschläge wie kostenloses WLAN für die Besucher anzubieten wurden aufgrund der Umsatzaussichten (50 Euro für 600 Minuten) abgebügelt.

Natürlich kann es nicht das Ziel sein sinnlos zu wirtschaften ohne den Umsatz im Blick zu haben. Aber am Ende hängen bestimmte Dinge nun mal zusammen und für eine Messe ohne Besucher wollen auch die Aussteller nicht zahlen.

Abschließend kommt Lobo zu dem Ergebnis: "Die wichtigste Digitalveranstaltung in Deutschland hat die eigene digitale Transformation nicht geschafft, was für ein trauriges, aber auch passendes Zeichen. Vor allem aber trägt die Verantwortung für das Scheitern der Cebit die so verbreitete wie merkwürdige Hoffnung, der Wandel werde alles verändern außer einem selbst."

Wer möchte kann sich gerne das ausführliche Statement dazu durchlesen.
https://saschalobo.com/2018/11/28/warum-die-cebit-eingestellt-wurde/


Update:
Daily Dueck zu dem Thema
https://www.omnisophie.com/dd332-planmaessig-verendet-flache-schwarze-messe-cebit-dezember-2018/

Sascha Lobos Bildmaterial zum Thema
https://twitter.com/saschalobo/status/1068064997660606464

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