Digital Marketing

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Die gefürchtetste Metrik in der Webanalyse: die Absprungrate

Expert
Der Artikel ist ein Einstieg in eine vierteilige Artikelreihe, wie man in der Webanalyse das Besucherengagement sinnvoll messen kann.

Wer nur ein wenig vertraut ist mit dem Einsatz von Webmeasurement im Online-Marketing kennt den Begriff Absprung und Absprungrate (Bouncerate, Abprallrate). Und meist sind damit keine freundlichen Gefühle verbunden, denn häufig ist die Absprungrate zu hoch. Als grobes Raster galt früher: unter 25 % gut, 25 - 50% mäßig und über 50 % schlecht. Dieses Raster ist schlicht zu grob, da es viele Faktoren unberücksichtigt lässt.

Zunächst zur Absprungrate selbst: Ein Absprung liegt vor, wenn ein Besucher eine Seite besucht und sie ohne messbare Aktion wieder verlässt. Die Absprungrate bezieht sich also auf eine einzelne Webseite, insofern sie Einstiegsseite ist. D.h.: die Rate ist der Quotient aus der Zahl der Besuche, die über eine bestimmte Seite einsteigen und sie aktionslos verlassen, zu der Gesamtzahl der Einstiege über diese Seite. Ich habe “messbar” hervorgehoben, denn hier kommt eine Schwäche des clientseitigen Trackings mit Google Analytics oder Matomo zum Tragen - um die beiden kostenlosen und bekanntesten Analysetools zu nennen. Erfasst werden Wechsel des URI, also der internen Seitenadresse der Website. Andere Aktionen, die keinen Seiten- also Adresswechsel generieren, werden nicht erfasst. Dazu zählen Absenden eines Formulars (ohne folgende Bestätigungsseite), Öffnen eines Bildes, Anschauen eines Videos, Kommentieren eines Beitrags, Download eines Dokuments (nur bei Google, Matomo erfasst Downloads). Oder ganz einfach: Lesen des Seitentextes von A bis Z. All das wird nicht erfasst.

Eine unschöne Begleiterscheinung hat solch ein vermeintlicher Absprung: Da bei Trackingtools die Besuchsdauer aus der Differenz der Besuchszeiten der jeweiligen Seiten errechnet wird, bei einem Absprung aber keine Folgeseite aufgerufen wird, ist die Besuchszeit: 0. Eine wie gesagt unschöne Nebenerscheinung einer hohen Absprungrate ist somit, dass sie die Besuchszeit durchschnittlich insgesamt drückt.

In den nächsten Artikeln bespreche ich einige technische Möglichkeiten, wie man das Besucherengagement besser erfassen kann.

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