Internet of Things (IoT)

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Wo sind die Baustellen beim IoT

Experte
Die IoT Welle ist in den letzten Monaten so richtig ins Rollen gekommen. Die Hersteller haben inzwischen richtige Ideen, nicht nur Kühlschränke die Essen bestellen können. Die Anbieter von Cloud Plattformen, wie z.B. Microsoft haben Ihre Hausaufgaben gemacht und bringen immer mehr Dienste auf den Markt, die das Thema vereinfachen und befeuern.

Das größte Problem in Deutschland, ist noch immer, dass wir kein richtiges Internet haben! Nach Jahren politischer Diskussionen schafft man es immer noch nicht die Telekom dazu zu bringen Glasfaser Kabel flächendeckend zu verlegen. Stattdessen bekriegt man sich in Scharmützeln um unsinnige Alternativen wie Vectoring durchzuboxen. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Breitband-Ausbau-Eine-verlorene-Legislaturperiode-3455886.html Ein Hoch auf das Kosten sparen zugunsten der Zukunft unseres Landes! Gerade ist das mal wieder den Bauern aufgefallen!
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Digitalisierung-in-der-Landwirtschaft-Bauern-verlangen-mehr-Breitbandanschluesse-3454772.html
Die setzen das IoT wirklich ein! Die haben auch schon seit Jahren selbst fahrende Traktoren auf ihren Feldern im Einsatz, ganz ohne Diskussionen wer davon jetzt totgefahren werden muss! Das einzige was ihnen fehlt ist schnelles Internet! Speziell die ländlichen Regionen, wie in Bayern (ja, das vorzeige Bundesland mit der Heimat-/Internetbehörde) sind teilweise katastrophal unterversorgt. Können sie sich vorstellen, wenn ihr Herzschrittmacher oder ihre Insulinpumpe vernetzt sind und ihr Leben verlängern, sie aber im ICE zwischen Ulm und Lindau tot umkippen, weil kein Empfang da ist? Das gleiche Problem haben die Bauern. Technisch ist es kein Problem Kühe, Traktoren, Futterspender und Melkmaschinen zu vernetzen. Wenn die vernetzte Kuh auf der Weide aber keinen Internetempfang hat, dann wird die Anwendung des IoT Szenarios schwierig!

Das zweite Problem ist das mangelnde Sicherheitsbewußtsein der Hersteller von IoT Geräten. Jeder will auf der Welle mitreiten, aber keiner macht sich Gedanken über die Sicherheit. Wohin das führt haben wir gerade erst gesehen, die größten Internetseiten der Welt wurden durch einen Angriff aus dem IoT über Stunden lahmgelegt. Level 3, als einer der Provider, die direktes Ziel der Attacke waren, hat nun festgestellt, dass es vermutlich nur relativ wenige IoT Geräte gebraucht hat um diesen Angriff auszuführen. Man schätzt ca. 50.000!
http://t3n.de/news/ddos-angriff-iot-botnet-762239/
Experten waren ohnehin von Anfang an überzeugt, dass es sich lediglich um den Testlauf für einen viel größeren Angriff gehandelt hat. Neben Gartner, die Sicherheit im Iot zu einem der wichtigsten Themen der nahen Zukunft erklärt haben, machen gerade auch Plattform Betreiber wie Microsoft für mehr Sicherheit im IoT stark. Aktionen wie der "Azure IoT Certified Device Catalog" oder das "Security Program for Azure IoT"
https://blogs.microsoft.com/iot/2016/10/26/introducing-the-security-program-for-azure-iot/
sollen ja genau dazu dienen solche Probleme in der Zukunft zu vermeiden.

Das letzte Problem ist, mal wieder, ein völlig überforderter Gesetzgeber. Ein Grund für die Goldgräberstimmung im IoT ist die relative "unreglementiertheit" des ganzen Themas. Nachdem wir seit 1989 gebraucht haben um ins Neuland zu kommen werden wir bestimmt noch eine Weile brauchen um das IoT zu erreichen. So lange kann man hier mehr oder weniger machen was man will. Man hat inzwischen auch eine technische Lösung gefunden, wie man die ganzen unsicheren IoT Geräte alle auf einmal reparieren kann! Es ist ein Softwareupdate. Den Charme dieser vernetzten Lösungen macht es aus, dass man Features und Bugfixes einfach als Softwareupdate ausliefern kann. So wie Tesla, wo man die Assistenzsysteme einfach herunterladen kann. Bei den IoT Geräten ist diese Lösung, vom den Herstellern aber nicht vorgesehen worden. Deshalb ist das zwangsweise einspielen der Bugfixes - sie können es sich vielleicht denken - ein Gesetzesverstoß!https://www.heise.de/security/meldung/DDoS-Rekord-Botnetz-Mirai-liesse-sich-bekaempfen-allerdings-illegal-3453658.html

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Es gibt 4 Antworten

von Ekkehard Wyman | 03. November 2016, 18:29
Sieht so aus als hätte Mirai schon wieder zugeschlagen: http://www.zdnet.com/article/mirai-botnet-attack-briefly-knocked-an-entire-country-offline/
Diesmal hat es Liberia erwischt! Das ganze Land war offline.
Marc-David Militz
Experte
von Marc-David Militz | 04. November 2016, 12:09
"Fly By" installation von Schadsoftware auf "smarte" Lampen http://www.golem.de/news/philips-hue-smarte-lampe-per-drohne-gehackt-1611-124264.html
(1)
von Ekkehard Wyman | 04. November 2016, 12:21